• Juli 2019
    M D M D F S S
    « Mai    
    1234567
    891011121314
    15161718192021
    22232425262728
    293031  

Warum flüchten Menschen aus Eritrea?

Eritrea war mehr als 300 Jahre osmanische und ägyptische Kolonie, wurde 1890 eine italienische Kolonie, stand ab 1941 unter britischer Verwaltung. 1952 verbündetet sich das Land mit dem Kaiserreich Abessinien. Abessinien (seit ca. 980 v.Ch.) wurde 1974 durch einen Staatsstreich abgeschafft.   Fortan stand Eritrea unter der Herrschaft des Äthiopischen Kaiserreiches, das von Kaiser Haile Selassie regiert wurde. Nach dreißigjährigem Unabhängigkeitskrieg siegten die Rebellen und Eritrea wurde 1993 ein eigenständiges Land. Äthiopien verlor damit seinen Zugang zum Roten Meer!

Eritrea ist eine Diktatur

Kopf der Regierung ist immer noch der ehemalige Rebellenführer Isaias Afewerki. 1993 kämpfte er für die Unabhänigkeit. 1998 stürzte er das Land in einen erneuten Krieg gegen Äthiopien, bei dem es um das Örtchen Badme ging. Badme besteht aus ein paar Lehm- und Backsteinhäusern, die mit Wellblech gedeckt sind.
Dieser Krieg – ohne Sieger – forderte in nur 2 Jahren 100.000 Tote und ruinierte das Land wirtschafltich. Afewerki hat sich seitdem zum uneingeschränkten Herrscher erhoben, der keinerlei Widerspruch dultet. Er selbst sieht sich weiterhin im Krieg, der nie beendet wurde, bei dem es nur zum Waffenstillstand gekommen ist.

Es gibt keine Zukunft für die Leute. Trotz widriger Umstände hat Eritrea große Fortschritte im Bildungsbereich gemacht. Im primären, mittleren und sekundären Bereich erhöhte sich die Einschulungsrate seit 1999 stetig. Dennoch liegt die Einschulungsrate im Elementarbereich nur bei circa 70 Prozent und ist nach Meinung unabhängiger Beobachter sogar zuletzt rückläufig.

Alle Schülerinnen und Schüler müssen seit 2002 ihren Sekundarschulabschluss zentral in einem in der Nähe der sudanesischen Grenze gelegenen Schule in Sawa ablegen. Dort findet auch eine sechsmonatige militärische Grundausbildung statt. Danach können die besten ein Studium an einem der Colleges aufnehmen; der Rest wird zur Ableistung des achtzehnmonatigen (in der Praxis leider unbegrenzten) Wehrdienstes eingezogen. (Quelle: auswaertiges-amt.de, 10/2016). Die Analphabetenrate wird allen Bemühungen zum Trotze auf 40% geschätzt.

Wer der falschen Relegion angehört (vornehmlich eine Pfingstgemeinde) muss mit Haftstrafen rechnen. Deshalb kommen so viele eritreische Christen nach Deutschland. Reisefreiheit gibt es nicht. Wer sich gegen die Regierung stellt, riskiert sein Leben. Die Entwicklungszusammenarbeit wurde von Deutschland 2008 eingestellt.

Hier liegen die Gründe, weshalb jeden Monat bis zu 3000 Eritreer das Land verlassen, das grundsätzlich nicht wirklich arm ist und über Bodenschätze sowie dem lukrativen Zugang zum Roten Meer verfügt.

Die Bevölkerungszahl wird des 124.000 Quadratkilometer kleinen Lands wird auf 5,5 Millionen geschätzt. Im Jahr 2016 sind rund 181 500 Migrantinnen und Migranten aus Eritrea in Süditalien gelandet. (Quelle: https://www.sem.admin.ch/sem/de/home/asyl/eritrea.html)

Leave a comment

1 Comment

  1. Margarete

     /  20. Mai 2017

    Au, ich habe schon alles durchgestöbert. Wie wunderbar funktioniert doch die Zivilgesellschaft!
    Alle Achtung! Ein großes Lob.

    LG Margarete

      » zitieren  » antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  • Artikelarchiv

  • Kategorien

  • Zuletzt kommentiert