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Die Strasse von Messina

hat ja bei weitem nicht so viel Schiffsverkehr wie die Elbmündung vor Cuxhaven oder die Kadettrinne zwischen Deutschland und Schweden.
Dafür hat sie aber Scilla und Charibdis/Hydra.
Scilla ist ein kleiner Fischerort mit einem Hafen, wo wir anlegen wollten. Aber der Hafen war von hohen Mauern umgeben, ein richtiger Backofen und Platz war auch nicht viel.

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Charibdis war ein neunarmiges Ungeheuer, das in einer Höhle nahe diesem Ort gewohnt hat. Dieses Vieh hat Odysseus sechs seiner besten Seeleute geraubt.
Sie hat dabei mit Fangarmen und Strudeln im Wasser gearbeitet. Gibt leider kein Bild…..

Aber wir haben ja ein Hafenhandbuch und ein gutes Boot. Im Hafenhandbuch steht dass die Strömung in der Strasse von Messina sich im Gezeitenwechsel ändert. Dort steht auch, dass die Strömung nur selten mehr als einen Knoten (also knapp zwei kmh) erreicht.
Deshalb fahren wir frohgemut weiter und entdecken bald so ganz eigenartige Wellen, wie ich sie vorher nur auf der Elbe entdeckt habe.

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Das Mittelmeer ist doch ein Gezeitenmeer.
Aber die Strömung schiebt uns im Moment sogar noch und im Hafenhandbuch steht, dass die gefährlichen Strudel seit einem ERdbeben im Jahr 1908 nicht mehr existieren.
Wir halten uns also schön auf der Festlandseite und beobachten den regen Fährverkehr.
Und da vorne sind noch andere Wellen. Sie haben Schaumkronen und brechen sich. Es weht ein kleiner Wind und das Grossegel ist aufgezogen.
Na und dann zeigt der Tiefenmesser nur noch 30 Meter an und die Fahrt geht zurück. Nicht schlimm, ich gebe einfach ein bißchen mehr Gas.
Aber das hilft nicht viel.
Da vorne scheint es ruhiger zu sein.
Jetzt kommen die eigenartigen Strömungswellen direkt von hinten. Mittlerweile sind sie ca. 1 Meter hoch.
Aber da vorne ist ja ruhiges Wasser.
Leider zeigt jetzt das GPS nur noch Null Knoten Fahrt an und wir kommen einfach nicht an dem Fährhafen vorbei.
Noch ein bißchen mehr Gas und eigentlich ist ein guter Wind so ziemlich von hinten.
Im Kielwasser gurgelt es wie verrückt und wenn jetzt keine Strömung wäre, würde die Mantje glatt mehr als sechs Knoten fahren.
Hhm, nach 10 erfolglosen Minuten kommt mir die Idee: Wir fahren dort hin, wo das Wasser tiefer ist, dort ist bestimmt die Strömung nicht so schlimm…
Also Kurswechsel Richtung Sizilien. Jetzt sind es 35 Meter Tiefe, zunehmend, jetzt schon fast 50.
Der Wind kann jetzt besser ins Segel greifen und helfen. Ja, es geht ganz langsam voran.
Aber die Fähren….
Gottlob sind alle vier Fähren gerade auf der sizilianischen Seite.
Ja und jetzt sind es schon fast 80 Meter. Das GPS zeigt jetzt 1 Knoten an.
Wir kommen gut an den Fähren vorbei.
Bei 90 Metern wird es schon fast wieder normal.
Ich schalte den Motor aus und wir können noch gemütlich bis Reggio Calabria segeln.
Dann habe ich noch mal nachgelesen. Bei Springtide soll die Strömung stärker sein. War das Springtide?
Egal, jetzt sind wir durch, Die Hydra hat keine Crew gefressen und die Mantje ist auch noch heil.

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1 Comment

  1. Babs

     /  19. Juli 2015

    Hallo Ulrich und Ulrike,
    es ist schön und manchmal auch erstaunlich, Eure Berichte zu verfolgen. Vielleicht auch manchmal ein bisschen (Über.)mut!? Jedenfalls wäre ich den Stretto nicht ohne genaue vorherige Info zum Gezeitenwechsel dort gefahren.. Habt ja richtig Glück (des Tüchtigen…?) dabei gehabt. Die Nordströmung setzt da schon mal mir gut und gerne 6 kn! Somit ist Italien ja bald abgehakt. Gehts über Santa Maria de Leuca nach Korfu und dann???
    Ich bin seit kurzem wieder daheim am Rhein, nachdem ich ein Paar Tränen bei meiner Heureka vergossen habe.
    Weiterhin toi toi toi und grüßt mir vor allem die Lakka-Buch im Norden von Paxos. Dort bin ich damals aus Crotone nach 30 Stunden unter Segel (ohne eine Stunde Motor) angekommen…
    Kali spera
    Babs aus Bad Honnef

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